26. Januar – 16. März 2017

Christina Oiticica - Quatro Elementos

Vom 26. Januar bis 13. März 2017 zeigt die Stiftung Brasilea Werke der brasilianischen Künstlerin Christina Oiticica. Sie ist weltweit bekannt für ihre eco art Werke. Mit Acrylfarben bemalte Leinwände, die, erst der Natur ausgesetzt ihre Vollendung finden. Für einen gewissen Zeitraum bleiben die meisten Werke den Naturgewalten überlassen, oftmals mit blossen Händen ein- und wieder ausgegraben von der Künstlerin. Das Ergebnis bleibt immer eine Überraschung, das Werk der Natur wieder zu entnehmen, ist stets ein Happening und für Christina Oiticica mit grossen Emotionen verbunden.

„Ich bin eine Partnerschaft mit der Natur eingegangen“, so Christina Oiticica. „Ich kreiere eine Hälfte des Kunstwerkes, die Natur erledigt die zweite Hälfte“. Entstanden ist diese Kooperation ungeplant. Seit vielen Jahren lebt die Künstlerin mit ihrem Ehemann Paulo Coelho einige Monate im Jahr in den französischen Pyrenäen. Es fehlte ihr anfangs schlichtweg der Platz zum Trocknen ihrer Leinwände. So liess sie diese draussen im Freien und die Natur fügte über Nacht Blätter, Staub und Insekten hinzu, so dass das Werk sich veränderte, ja verfertigte.

Symbolismus und Spiritualität sind wichtig für die Arbeiten der Konzeptkünstlerin Christina Oiticica. Nicht nur vergräbt sie diese an historische bedeutsamen und heiligen Orten. Auch ihr Part, die darstellende Kunst, ist symbolträchtig und angelehnt an Mythen und Sagen. Ihre Werke sind aber auch weiblich-erotisch und sinnlich rotfarben geprägt. Brasilianische Alltagsszenen der gegenwärtigen Popart gepaart mit religiösen, in sehr typisch lateinamerikanischer Darstellung, Symbolen.

Christina Oiticica entstammt der Kunstszene Rio de Janeiros der Siebziger Jahre, der ebenfalls Lygia Clark, Mira Schendel und Hélio Oiticica angehören. Sie stellt seit den 80er Jahren aus und weist eine beeindruckende Ausstellungsvita vor. Neben zahlreichen Schauen in ihrem Heimatland, war sie weltweit präsent, in Spanien, Finnland, Japan, USA vielen weiteren Ländern und auch bereits mehrfach in der Schweiz (St. Moritz Art Masters 2008/2009).

Ab 26. Januar ist sie Artist in Residence in der Stiftung Brasilea und zeigt ihre Werke in einer Einzelschau. Ihr Werkzyklus „Vier Elemente“ beinhaltet zehn Werke, die speziell für die Ausstellung in Basel angefertigt werden. Sieben ihrer Werke werden auf der Dachterrasse des Gebäudes installiert und der Winterwitterung ausgesetzt, drei in Wasserbassins und vier an der frischen Luft. Drei weitere werden in der Erde im Hochparterre der Ausstellungsräume vergraben. Das vierte Element Feuer kommt an der Vernissage am 26. Januar 2017 hinzu. Dann werden die Werke, ehe sie der Natur zur Fertigstellung übergeben werden, mit Hilfe von Feuer in der Brasilea fertiggestellt. Besucher der Ausstellung können den gesamten Prozess vor Ort miterleben und sind zudem natürlich zum Happening an der Finissage eingeladen, wenn die fertigen Werke der Natur wieder entnommen werden.

Weiter werden mehr als 40 Werke gezeigt, die seit 2004 entstanden sind, darunter 25 der Reihe „Primavera“ aus Spanien aus dem Jahr 2008, vom Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Analog hierzu entstand 2007 Paulo Coelhos Werk „Auf dem Jakobsweg. Tagebuch einer Pilgerreise nach Santiago de Compostela“. Drei Werke aus dem Amazonas sind ebenfalls Bestandteil der Ausstellung.

Daniel Faust, Direktor