06. April – 21. April 2006

Kinder der Favela Rocinha / Rio - "EinSichten"

EinSichten

 

Ein Fotoprojekt von Heidi Rehse

 

Die Favela Rocinha in Rio de Janeiro, eines der größten Elendsviertel Südamerika -

darin wohnen will niemand. Mal dort sein wollen viele.

Wenn nicht grade der Krieg der Drogenmafias die Rocinha zu einem lebensgefährlichen

Ort macht, boomt der Favelatourismus : Elend einmal live erleben und alles mit einer

pixelstarken Digitalkamera festhalten, damit man nie vergisst, wie manche Menschen

leben müssen. Das ist für viele ausländischen und brasilianischen Touristen der

Höhepunkt ihrer Reise nach Rio.

 

Die Kinder, die in der Favela leben, fühlen sich durch die Besucher meist nicht gestört.

Befremdlich finden sie höchstens die unglaubliche Fotografierwut, von der die Fremden

dort gepackt werden. " Warum fotografieren die nicht lieber den Zuckerhut und die schönen Strände?"

Solche Kommentare brachten Heidi Rehse im April 2005 auf die Idee, die Kinder selbst ihre

Favela zeigen zu lassen. Diese Idee wurde begeistert in die Tat umgesetzt.

26 Kinder zwischen 10 und 14 Jahren bekamen Einweg-Fotoapparate in die Hand gedrückt.

Die Aufgabe: "Fotografiert euren Alltag und das, was euch wichtig ist."

 

Die Kinder folgten ihrer Intuition und wählten die Motive und Perspektiven der Aufnahmen selbst.

Entstanden sind sehr persönliche EinSichten, die einen beeindruckenden Einblick in die Alltagswelt

der Kinder geben. Sie erzählen uns Geschichten von ihren träumen, Ängsten und Hoffnungen in einem

gefährlichen und ungewissen Lebensumfeld.

 

Für die Ausstellung wurden aus der Fülle des Materials die ausdrucksstärksten Farbaufnahmen ausgewählt,

nicht bearbeitet, nicht geschönt. Nur mit den Namen der kleinen Fotografen und Fotografinnen versehen.

Die Bilder sprechen für sich.

 

Die Stuttgarter Tänzerin und Choreographin Heidi Rehse lebt seit 1987 in Rio de Janeiro, wo sie eine

Tanzausbildung absolvierte und seitdem als Tänzerin, Choreographin und Performancekünstlerin tätig ist.

1990 begann sie ihre Arbeit mit und in Favelas und armen Gemeinden und kennt die Lebensbedingungen

dort sehr genau.

 

Im Jahr 2000 gründete sie das Tanzprojekt Salamaleque, an dem ca. 300 Kinder aus der Favela Rocinha

und anderen Favelas teilnehmen. Seit 2002 pendelt sie zwischen Stuttgart und Rio, um Salamaleque

auch international zu vertreten. Im Februar 2005 hat sich der gemeinnützige SALAMALEQUE e.V. gegründet,

um diese Arbeit zu fördern.

 

Kinder der Favela Rocinha / Rio"EinSichten"

Künstler dieser Ausstellung