Stifter Walter Wüthrich

Walter Wüthrich wurde am 10. November 1918 geboren. Aufgewachsen in einem Haus mit der Nummer 39 im Basler Neubadquartier, das mit seinen Strassennamen an Reiseziele im Süden erinnert, besuchte er eine Handelsschule, die er mit einer Matura abschloss. Nach seiner militärischen Grundausbildung und einem Stage bei der damaligen Rhenus AG schiffte er im Jahre 1939 am Rheinhafen ein. Mit dem Ziel Südamerika vor Augen und dem Jugendsparheft in der Tasche, führte ihn die Reise Richtung Rotterdam. Kurz vor Kriegsausbruch erwischt er das letzte Schiff, das nach Übersee auslaufen darf.

Eher zufällig landet er in Rio de Janeiro, wo er sich als innovativer Strassenverkäufer durchschlägt. Er realisiert, dass in diesem Land mit hartnäckigem und bedingungslosem Arbeitseinsatz einiges erreicht werden kann. Für Schweizer Maschinenbauer übernimmt er den Verkauf von Webstühlen.

Erst 12 Jahre später besucht er wieder Basel, um weitere Kontakte zu knüpfen. Zurück in Rio, macht er sich als Kaufmann selbstständig. Der überzeugte Junggeselle weitet seine Geschäfte aus und rüstet nun ganze Fabriken aus. Das Verkaufsgebiet umfasst inzwischen weite Teile von Südamerika.

Sein Lebensstil bleibt bescheiden, Luxus gönnt er sich kaum. Ferien nennt er Zeitverschwendung. Entspannung findet er beim Segeln und auf Fussmärschen entlang dem Strand. Besonders liebt er das pulsierende Leben der Stadt und das Ambiente von Häfen; es vermittelt Aufbruchstimmung.

Alle fünf Jahre besucht er die Schweiz. 1961 erstmals mit dem Flugzeug, das ihm vorher zu teuer war. Diese Reisen sind stets mit dem Besuch von Messen in Europa verbunden. Die Arbeit geht vor.

Zwischen 1960 und 1970 lernt er in Rio den österreichischen/brasilianischen Kunstmaler Franz Widmar kennen. Eine Freundschaft entsteht und Walter Wüthrich erwirbt die ersten Gemälde. Widmars Arbeitseifer gefällt ihm ebenso wie die stete Suche nach neuen Stilrichtungen. Die leuchtende Farbpalette von Widmar empfindet Wüthrich als besonders positiv.

Die Besuche in seiner Heimatstadt Basel werden häufiger und ausgedehnter. Im Alter von 77 Jahren verspricht er 1995 Widmar an dessen Sterbebett, dass er sich dafür einsetzen werde, seine Gemälde in einer bleibenden Galerie auszustellen und so sein Gesamtwerk zu würdigen.

Nach dem Tod Widmars unterstützt er dessen Witwe, die ohne ihn keine Rente hätte. Zu seinem bereits beträchtlichen Bilderbestand erwirbt er das ganze verbliebene Werk. Mit 80 Jahren gibt er seine letzte Vertretung ab. Jetzt ist er Pensionär und hat Zeit, das Projekt „Museum für Franz Widmar“ zu konkretisieren.

Er trifft sich mit dem 1939 – seinem Auswanderungsjahr – geborenen Onorio Mansutti und bittet diesen, einen geeigneten Ort in Basel zu finden. Viele Ideen werden entwickelt, einige können heute umgesetzt werden.

Im Jahr 2002, kurz nach seinem 84. Geburtstag, stirbt Walter Wüthrich. Es war ihm vergönnt, zu wissen, dass seine Ideen in einem Haus mit der Nummer 39 am Westquai des Basler Rheinhafens, in unmittelbarer Nachbarschaft seines ersten und einzigen Arbeitgebers in der Schweiz, der heutigen Rhenus Alpina AG, umgesetzt werden. Genau dort, wo er vor 65 Jahren, kaum 39 Schritte vom heutigen Eingang des Brasilea-Gebäudes entfernt, nach Südamerika aufgebrochen ist. Das Ambiente von Häfen liebte er besonders; es vermittelt Aufbruchstimmung.

Danksagung

Ein herzliches Dankeschön gilt unserem Stifter Walter Wüthrich für seine Vision, unserem 1. Präsidenten Onorio Mansutti für seine Aufbauarbeit und unseren ehemaligen Stiftungsräten für ihr Engagement.