15. January – 12. March 2009

Sammlung Herzog - "Historische Fotografien aus Brasilien"

"HISTORISCHE FOTOGRAFIEN AUS BRASILIEN“ AUS DER SAMMLUNG HERZOG

 

Stiftung Brasilea

Basel, Schweiz

15. Januar 2009 - 12. März 2009

 

In Zusammenarbeit mit der Fondation Herzog zeigen wir

„Historische Fotografien aus Brasilien“ aus der Sammlung Herzog

zwischen 1842 - 1950, die einen Überblick von Mensch, Natur,

Landschaften und Stadt-Landschaften vermitteln.

 

Nach 1839, dem Erfindungsjahr der Photographie durch den

Franzosen Daguerre, verbreitete sich das Wissen um das neue Medium

in Windeseile um den ganzen Globus. Auch in Brasilien übten sich

bereits ab 1840 Fran- zosen, Engländer und Amerikaner in der neuen Technik,

die es vor allem Adligen und Grossgrundbesitzern erlaubte, sich selbst in

Szene zu setzen. Neben den massenhaft existierenden Portraitaufnahmen

(die Auftraggeber bezahlten die teuren Materialien und den Arbeitsaufwand)

sind bedeutend weniger Photos von Städten und Landschaften und nur

verschwindend wenige Aufnahmen der Fauna und Flora oder der Ureinwohner

Brasiliens erhalten geblieben. Das dortige feucht-heisse Klima trug

ebenfalls nicht zur Konservierung von Photographien bei.

 

Gekauft wurden die neuartigen Wunderwerke der Technik anders als in Europa

von kulturbefliessenen Eliten in Südamerika von dort Geschäfte treibenden

Kaufleuten, welche zur Erinnerung den staunenden Daheimge- bliebenen Bilder

völlig fremder Kulturen mitbrachten. Einmal mehr stand die Photographie im

Dienste der Aufklärung und der Katalogisierung der Welt – genau so, wie es

der Erfinder des Papiernegativs, der Engländer Talbot,

anfangs der 1840-er Jahre vorausgesehen hatte.

 

In Brasilien entstanden in den grösseren Städten schnell Ateliers auch

einheimischer Photographen, die sich lukrative Verdienstmöglichkeiten versprachen.

Schon um 1870 war jedoch der Reiz des Neuen weitgehend verflogen. Noch lange aber

blieb die Photographie den Wohlhabenden vorbehalten.

 

So kommt es, dass die verhältnismässig wenig erhalten gebliebenen Pho- tographien,

wie wir sie nun in der Ausstellung bewundern können, vor allem in europäischen

Sammlungen zu den grossen Seltenheiten gehören.