04. maio – 01. junho 2006

Luiz Simões - "Vertidos & SymmetroS"

VERTIDOS

 

Oft erinnere ich mich an ein Graffiti an einer Wand der Universität in Rio,

wo stand: „Kämpfen nützt nichts, die Sonne wird so oder so in 6 Milliarden Jahren

ausgehen“. An der gleichen Stelle hatte jemand ergänzt: „Oh!!! Großartig!!!

Ich dachte es wäre schon in 6 Millionen Jahren“.

 

In der Natur passieren die Dinge immer in einer nicht-menschlichen Zeitspanne.

Es ist wahr, dass die Sonne eines Tages nicht mehr scheinen wird, dass das Leben

in einem System ein Haltbarkeitsdatum hat; wir aber beschleunigen es bewusst in

einem sichtbaren Prozess. Im letzten Jahrhundert haben wir Menschen mehr natürliche

Ressourcen verbraucht, als auf dem Planeten in den vier Milliarden Jahren organischer

Aktivität zuvor.

 

„VERTIDOS“ ist keine Recycling-Kampagne. Es ist nicht ein Versuch, irgendeinen Prozess

zu ändern, das würden wir nicht schaffen. Es ist nur ein persönlicher Blick auf das,

was wir sind, was wir tun und wohin wir uns bewegen. Früher oder später. Obwohl es zu

ambitioniert wäre, zu glauben, wir Menschen könnten diesen Prozess ändern, glaube ich

an die Möglichkeit von mehr Respekt gegenüber der Umwelt und den Anderen.

Die Möglichkeit, etwas zu tun, um unsere Gesellschaft aufzuwecken und der Geschichte

zu gestatten, weiter ruhig und langsam abzulaufen.

 

 

 

SymmetroS

 

Alles was wir sehen, alles was existert...angefangen bei uns selbst, bis hin zu einem

kleinen Staubkorn in einer fernen Galaxis...alles ist aus dem gleichen Material geformt.

In einer für uns unendlichen Zeitspanne, haben etwas über hundert chemische Elemente in

einem zufälligen Prozess unzähliger Kombinationen alles erschaffen, was wir kennen,

und was wir noch nicht kennen.

Die organischen Formen sind zweifellos die komplexesten, vielfältigsten dieser

zahllosen Kreationen. Leben ist das Außergewöhnlichste, was von dieser ewigen Bewegung

solch kleiner Teile erschafft werden konnte. „A-tom“ im Griechischen bedeutet dasselbe

wie „Individuum“ im Lateinischen; unteilbar nannten wir sie, als wir uns das erste Mal

ihrer Existenz bewusst wurden.

Von aussen betrachtet, ist SymmetroS meine bewusste Anteilnahme an dieser Suche.

Das organische zu finden, das Lebende, was den Menschen formt..woraus wir im Moment bestehen...

eine einfache Organisation der gleichen Teile, die alles um uns herum formen.

In meinem Inneren ist es die Akzeptanz, dass wir so klein sind, so nichtssagend und zerbrechlich...

und trotzdem so verschwenderisch.

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