12. outubro – 03. novembro 2006

Sammlung Valentin Jaquet - "Saudades do Brasil"

“Saudades do Brasil“

brasilianische Volkskunst aus der Sammlung Valentin Jaquet

 

Brasilianische Volkskünstler leben meistens in armen ländlichen Dörfern

oder in den Peripheri- en der Städte. Unter den schwierigsten Lebensbedingungen

verwandeln die Volkskünstler in ihrer Weisheit Leiden in Schönheit.

Mit Poesie und Humor schildert ihre Kunst das Magische und das Reale,

das Heilige und das Profane. Aus der Vermischung der Rassen entstanden Mythen,

Legenden und Rituale. Sie bilden die unerschöpfliche Quelle für die

Inspirationen der Volkskünstler.

 

Der wohl berühmteste von allen war der legendäre1963 verstorbene Vitalino.

Seine Kunst und die seiner Nachfolger umfasst das ganze Panorama des

brasilianischen Alltags. Herden, Hirten, Flüchtlinge, die vor der Dürre fliehen

und der ehrenhafte Bandit Lampião sind beliebte Sujets.

 

In Brasilien werden vielerorts - wie zu vorkolonialen Zeiten -

Keramiken ohne Töpferscheibe her- gestellt.Bemalt werden die Keramiken mit

traditionellen Erdfarben.

 

Religiöse Volkskunst ist in Brasilien allgegenwärtig. Aus ihrem Glauben an Wunder

nehmen viele Brasilianer regelmässig an Pilgerfahrten teil. Die Gläubigen

deponieren an den Pilgerstätten Votivbilder ( ex-Votos), damit der wundertätige

Heilige die Pilger von Krankheit oder Missge- schicken befreit.

 

Die Sklaven brachten zahlreiche afrikanische Religionen nach Brasilien.

Afrikanische Gottheiten (Orixas) leben heute in veränderter Form in der Religion

des Candomblé weiter. In West-Afrika, in Brasilien und in Haiti heisst die Göttin

des Meeres überall Lemanjá. Wie überall in Lateinamerika ist auch in Brasilien die

Volkskunst am Verschwinden.

 

VJ

 

Wir danken der Gemeinde Riehen für ihre Unterstützung.

Artistas